Ihre Projekte Monat für Monat

July 30, 2015

Einmal Projektleiter, immer Projektleiter

 

Diese Kolumne verdanke ich einer Diskussion mit meiner Schwester. Sie hat mir nämlich haargenau aufgezählt, was sie für die nächsten Tage so alles geplant hat. Mir wurde ja allein vom Zuhören schon schwindelig. Deshalb habe ich nach etwas gesucht, womit ich ihr helfen kann, den Kopf wieder freizubekommen.

 

Dabei ist mir die agile Scrum-Methode* mit dem Backlog-Konzept für langfristige Planungen eingefallen. Lassen Sie mich kurz erklären, worum es in diesem Konzept geht. Danach werde ich Ihnen verraten, wie man es sich im Privatbereich zunutze machen kann.

 

Scrum ist ein Framework zur nachhaltigen Entwicklung komplexer Produkte, das ursprünglich für die Softwaretechnik entwickelt wurde. Dabei priorisiert der sogenannte Product Owner die zu entwickelnden Produkteigenschaften bzw. die Anforderungen an das Produkt je nach ihrer Wertigkeit für die Verbraucher und erläutert dem Entwicklungsteam, welche Aufgaben während des nächsten Sprints, d. h. des nächsten Zeitabschnitts, seiner Ansicht nach erledigt werden sollen. Ein Sprint kann 2, 3 oder 4 Wochen dauern. Das Entwicklungsteam stellt sicher, dass es die Erwartungen richtig verstanden hat und schätzt ab, wie komplex und zeitintensiv die entsprechenden Aufgaben sind. Sollte die Kapazität des Entwicklungsteams nicht ausreichen, werden einfach die letzten Punkte auf der Liste gestrichen.

 

Sobald der Inhalt definiert ist, konzentriert sich das Entwicklungsteam einzig und allein auf sein Arbeitspensum, ohne sich um Ergänzungs- oder Änderungswünsche kümmern zu müssen.

 

Dieses Prinzip könnte man doch auch im Privatbereich anwenden, oder? Dazu einfach ein oder zwei Mal pro Monat eine To-Do-Liste erstellen (Fenster neu streichen, Kühlschrank aufräumen, Möbel im Wohnzimmer umstellen, ein Wochenende zu zweit verbringen, einen Flötenkurs besuchen usw.), die Punkte nach Wichtigkeit ordnen, entscheiden, was im betreffenden Zeitraum zu schaffen ist, und alles andere bis zur nächsten Planung getrost vergessen.

 

Zwischendurch tauchen neue Ideen auf? Kein Problem, einfach auf die Liste setzen und bei der nächsten Planung berücksichtigen. Bei diesem Sprint ist etwas liegen geblieben? Dann hat man die Wahl: Die Aufgabe auf den nächsten Sprint bzw. auf später verschieben oder komplett streichen.

 

Anstatt sich ständig über alle bevorstehenden Projekte den Kopf zu zerbrechen, hilft dieser Ansatz dabei, sich in einem bestimmten Zeitraum auf genau festgelegte Aufgaben zu konzentrieren. Es ist einfach toll, wenn man sieht, wie Monat für Monat die wichtigsten Projekte umgesetzt werden!

 

Hilfreiche Tipps …

 

Bei professionellen Projekten stehen dem Product Owner mehrere Tools für die Bearbeitung seiner Backlog-Einträge zur Verfügung. Um das Konzept auf private Listen „umzumünzen“, empfiehlt sich eine Aufgabenmanagement-Software mit verschiedenen Tags oder Kategorien oder auch eine simple Liste. Ich persönlich nutze die Software Teamwork, bei der ich meine Listen nach Projekten gliedern kann und trotzdem einen Gesamtüberblick bewahre.

 

Referenzen 

  • Der Scrum-Guide, http://www.scrumguides.org/docs/scrumguide/v1/Scrum-Guide-DE.pdf#zoom=100

  • Teamwork-Projekte, https://www.teamwork.com/

     

     

     

     

     

     

     

     

     

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